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Familienbericht NRW
© José Narciandi
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Familienbericht NRW: Viele Familien zufrieden - Armutsrisiko wächst

Die meisten Familien in NRW bewerten ihre Lebenssituation positiv. Gleichzeitig zeigt der neue Familienbericht: Besonders Alleinerziehende und Familien mit Migrationsgeschichte sind überdurchschnittlich häufig von Armut bedroht.

Veröffentlicht: Mittwoch, 08.07.2026 13:49

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Familien kommen gut durch den Alltag - trotz wachsender Belastungen

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Der erste NRW-Familienbericht seit elf Jahren zeichnet ein differenziertes Bild: Vielen Familien geht es gut, gleichzeitig wachsen die Herausforderungen im Alltag.

Studienleiterin Prof. Dr. Susanne Kuger vom Deutschen Jugendinstitut sagte im Interview mit José Narciandi, Leiter unseres Landtagsstudios:

„Die Datenlage sowohl in den objektiven Fakten als auch in den subjektiven Auskünften der Familien zeigt: Es geht Familien relativ gut. Die meisten sind zufrieden mit ihrem Einkommen, sind zufrieden mit ihrer Familienführung, mit der Lebenslage, in der sie sich befinden. Ein bisschen Wasser in den Wein muss man gießen, weil die Anforderungen an Familien heute natürlich deutlich komplexer sind als noch vor vielen Jahren.“
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Das komplette Interview mit Prof. Dr. Susanne Kuger könnt ihr hier anhören:

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José Narciandi
Prof. Dr. Susanne Kuger
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Besonders Alleinerziehende tragen ein hohes Armutsrisiko

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Der Bericht zeigt: Rund jede sechste Familie in NRW ist von Armut bedroht. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Familien mit internationaler Familiengeschichte sowie Eltern mit niedrigen oder nicht anerkannten Bildungsabschlüssen. Prof. Dr. Susanne Kuger:

„Das höchste Armutsrisiko in Unterhaltsfamilien tragen eindeutig die alleinerziehenden Familien. Weiterhin sind es Familien mit niedrigen Bildungsabschlüssen oder ausländischen Bildungsabschlüssen, die in Deutschland nicht anerkannt werden. Familien mit Migrationshintergrund sind besonders gefährdet.“
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Frauen übernehmen weiterhin den größten Teil der Sorgearbeit

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Auch beim Thema Gleichstellung sieht der Bericht wenig Bewegung. Vor allem Mütter leisten nach wie vor deutlich mehr unbezahlte Familienarbeit als Väter. NRW-Familienministerin Verena Schäffer sagte im Interview mit José Narciandi:

„Es ist so, dass nach wie vor Frauen mehr familiäre Sorgearbeit übernehmen. Unter der Woche leisten Frauen doppelt so viel Sorgearbeit wie Männer, und es verändert sich auch nicht, wenn Frauen mehr arbeiten gehen.“
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Mehr Einschätzungen von NRW-Familienministerin Verena Schäffer im Interview mit José Narciandi hört ihr hier:

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José Narciandi
NRW-Familienministerin Verena Schäffer
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Familien wünschen sich vor allem Verlässlichkeit

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Die Wissenschaftler sehen nicht nur finanzielle Belastungen als Problem. Viele Familien hätten ihren Alltag eng organisiert und schon kleine Störungen könnten deshalb großen Stress auslösen.

Prof. Dr. Susanne Kuger beschreibt das so:

„Die Probleme, mit denen Familien heute konfrontiert sind, sind auf der einen Seite, dass sie sehr hohen Anforderungen genügen. Das bedeutet auch, wenn eines dieser Situationen ausfällt, man krank wird, die Kita schließt oder andere unvorhergesehene Ereignisse dazukommen, dass dann die Situation etwas brüchiger ist und Familien mit besonderem Stress reagieren.“
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Familien werden vielfältiger - Politik soll besser unterstützen

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Der Bericht zeigt außerdem, dass Familien heute deutlich vielfältiger leben als noch vor elf Jahren. Gleichzeitig fordert die Forschung, Unterstützungsangebote einfacher zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Susanne Kuger fordert im Interview mit uns:

„Die Politik kann dafür sorgen, dass die Systeme, die Familien im Alltag unterstützen, zuverlässig funktionieren. Das Zweite ist, dass Sozialleistungen niederschwelliger zugänglich sind. Ein letzter Aspekt ist möglicherweise, dass tatsächlich Familien noch stärker in die Gesundheits- und psychosoziale Vorsorge mit in den Blick rücken.“
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Die Pläne der Landesregierung

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  • Reform des Kita-Gesetzes soll den Alltag in den Einrichtungen verbessern.
  • Einführung eines Kita-Sozialindex nach Vorbild des Schul-Sozialindex.
  • Aufbau sogenannter Chancen-Kitas mit besserer Ausstattung in sozial benachteiligten Stadtteilen.
  • Das geplante dritte beitragsfreie Kita-Jahr bleibt grundsätzlich Ziel der Landesregierung, steht wegen der Haushaltslage aber weiter unter Finanzierungsvorbehalt.
  • Mehr Unterstützung für Familien bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, unter anderem durch flexiblere Arbeitszeitmodelle.
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Autor: José Narciandi

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