
Warsteiner Gruppe: Verhandlungen um 200 Jobs
Zwei Brauereien, gut 200 Jobs auf dem Spiel: Die Haus Cramer Gruppe und die Gewerkschaft NGG verhandeln über einen Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten der Herforder und Paderborner Brauerei. Die erste Runde vergangene Woche brachte noch kein Ergebnis - heute geht es in Lippstadt weiter
Veröffentlicht: Dienstag, 16.06.2026 04:09
Die Haus Cramer Gruppe - Mutterkonzern der Warsteiner Brauerei - und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verhandeln über einen Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten der Herforder Brauerei und der Paderborner Brauerei. Gut 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind betroffen. Die erste Runde fand vergangene Woche in Lippstadt statt - ohne Ergebnis. Heute, Dienstag (16.06.2026), trifft man sich erneut in Lippstadt.
Schließung in Herford, Ungewissheit in Paderborn
In Herford ist die Entscheidung gefallen: Die Brauerei soll im zweiten Halbjahr 2026 ihren Betrieb einstellen. Für den Standort Paderborn sucht die Haus Cramer Gruppe noch einen Käufer. Findet sich keiner, soll auch dort Ende 2026 Schluss sein. Die Marken Herforder und Paderborner sollen erhalten bleiben und künftig in Warstein produziert werden.
Was ein Sozialtarifvertrag bedeutet
Bei den Verhandlungen geht es um Geld und Perspektiven für die betroffenen Mitarbeiter. Ein Sozialtarifvertrag soll wirtschaftliche Nachteile ausgleichen oder abmildern, die durch Betriebsänderungen wie Schließungen entstehen. Anders als ein Sozialplan wird er nicht vom Betriebsrat, sondern von der Gewerkschaft ausgehandelt.
Möglicher Wechsel nach Warstein
Ein weiteres Thema in den Gesprächen: Können Beschäftigte aus Herford und Paderborn künftig in Warstein arbeiten? Wie viele Stellen dort entstehen, hängt laut Unternehmen davon ab, wie viel Personal gebraucht wird, wenn die Herforder und Paderborner Biere künftig am Stammsitz gebraut werden.
Hoffnung für Azubis aus Herford
Einen kleinen Lichtblick gibt es für die Auszubildenden der Herforder Brauerei: Christoph Barre, Chef der Barre-Brauerei in Lübbecke - rund 20 Kilometer von Herford entfernt - hat angekündigt, einige von ihnen zu übernehmen. Wie viele Azubis wechseln könnten, ist bislang noch offen.