
Stellenabbau am Warsteiner Standort geplant
Die Haus Cramer Gruppe, zu der die Warsteiner Brauerei gehört, will ihre Organisations- und Personalstrukturen in Warstein anpassen. Geplant ist der Abbau von rund 125 Arbeitsplätzen. Zusätzlich will das Unternehmen seine Sachkosten senken. Als Grund nennt Haus Cramer die gesunkenen Absatzmengen auf dem Biermarkt. Von dieser Entwicklung sei auch die Unternehmensgruppe betroffen: Die zugehörige Herforder Brauerei wurde in diesem Jahr schon geschlossen, die Paderborner Brauerei soll verkauft werden.
Was für die Beschäftigten in Warstein geplant ist
Nach Einschätzung des Unternehmens könnten rund 50 Arbeitsplätze bei der Warsteiner Brauerei durch altersbedingte Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Über die verbleibenden rund 80 Arbeitsplätze verhandelt die Geschäftsführung mit Arbeitnehmervertretern. Die Gespräche haben Anfang der Woche begonnen. Ziel seien sozialverträgliche Lösungen. Die Kostensenkungsmaßnahmen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Warsteiner hält an Investitionen fest
Parallel zum geplanten Stellenabbau hält die Haus Cramer Gruppe an Investitionen in Warstein fest. Noch 2026 soll eine Entalkoholisierungsanlage entstehen. Eine Windenergieanlage am Standort soll im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen. Auch der Relaunch der Marke Warsteiner soll noch 2026 starten.
Immer weniger Bierbrauereien in Deutschland
In Deutschland gibt es immer weniger Bierbrauereien. Im Jahr 2025 waren es laut Statistischem Bundesamt noch 1.415. Das sind 53 weniger als im Jahr davor. Die Statistiker führen die Entwicklung auch auf sinkenden Bierabsatz zurück, der im Vergleich um 15,7 Prozent seit 2019 zurückging. Im Jahr 2025 verkauften die Brauereien und Bierlager in Deutschland rund 7,8 Milliarden Liter Bier; 2024 waren es noch 8,3 Milliarden Liter und vor zehn Jahren 9,6 Milliarden Liter.
Alkoholfreies Bier immer beliebter
Rund neun Prozent der gesamten Bierproduktion in Deutschland entfielen 2024 auf alkoholfreie Varianten, Tendenz steigend. Darauf reagieren auch regionale Brauereien seit Jahren. Alkoholfreie Biere sind längst kein Nischenprodukt mehr.