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Welver und Rüthen: Gebühren-Rekorde im Kreis Soest
© Symbolbild / Hellweg Radio
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Welver und Rüthen: Gebühren-Rekorde im Kreis Soest

Gleich zwei Kommunen aus dem Kreis Soest tauchen in einem aktuellen Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler ganz oben auf. In Welver sind die Abwassergebühren um mehr als 25 Prozent gestiegen - einer der größten Sprünge in ganz NRW. Wer in Rüthen wohnt, zahlt für die Müllabfuhr mehr als in jeder anderen Kommune in Nordrhein-Westfalen.

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Welver: Einer der größten Abwasser-Preissprünge in NRW

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Für Welver war 2026 beim Abwasser ein teures Jahr. Die Gebühren sind dort um 25,3 Prozent gestiegen - das hat Hellweg Radio aus dem aktuellen Abfall- und Abwassergebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler NRW recherchiert. Für einen typischen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das konkret: Statt bisher 765,50 Euro fallen jetzt 959,10 Euro im Jahr an - knapp 200 Euro mehr. Damit zählt Welver zu den fünf Kommunen mit dem stärksten Gebührenanstieg in ganz NRW.

Die vier Kommunen mit noch größeren Sprüngen sind Büren im Kreis Paderborn (+32,5 Prozent), Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis (+28 Prozent), Kirchlengern im Kreis Herford (+25,9 Prozent) und Halle/Westfalen im Kreis Gütersloh (+25,6 Prozent). Welver landet mit +25,3 Prozent auf Platz fünf dieser NRW-weiten Rangliste. Warum die Gebühren in Welver so stark gestiegen sind, nennt der Bund der Steuerzahler in seinem Vergleich nicht.

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Kreis Soest liegt beim Abwasser unter dem Landesschnitt

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Trotz des Ausreißers in Welver steht der Kreis Soest im Gesamtvergleich (Musterhaushalt: vier Personen, 200 Kubikmeter Frischwasserverbrauch, 130 Quadratmeter versiegelte Fläche) noch verhältnismäßig gut da. Der Kreisdurchschnitt liegt 2026 bei 784,15 Euro - und damit deutlich unter dem NRW-Landesschnitt von 880,25 Euro. Günstigste Kommune im Kreis ist Lippetal mit 602,68 Euro, am teuersten ist Möhnesee mit 1.097,60 Euro. Einige Kommunen haben ihre Gebühren gar nicht verändert, darunter Erwitte, Geseke und Rüthen.

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NRW-weit steigen die Kosten schneller als die Inflation

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Die Abwassergebühren in NRW steigen deutlich stärker als die allgemeine Preisentwicklung. Der Landesschnitt ist 2026 um rund 4,6 Prozent auf 880,25 Euro gestiegen - bei einer Inflationsrate von zuletzt 2,1 Prozent. 272 der 396 untersuchten Kommunen haben ihre Gebühren erhöht. Inzwischen verlangen 113 Kommunen mehr als 1.000 Euro im Jahr für den Musterhaushalt - vor sechs Jahren waren es lediglich 21.

Die Spanne in NRW ist enorm: Am günstigsten ist Reken mit rund 330 Euro im Jahr, am teuersten ist Monschau mit über 1.806 Euro - mehr als das Fünffache.

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Rüthen: Teuerste Müllentsorgung in ganz NRW

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Noch klarer ist das Bild bei den Abfallgebühren. Rüthen ist laut dem Gebührenvergleich die teuerste Kommune in ganz Nordrhein-Westfalen, wenn es um die Müllentsorgung bei vierwöchentlicher Abfuhr geht. 404 Euro zahlt ein Haushalt dort im Jahr - der NRW-Schnitt liegt bei knapp 248 Euro. Das ist fast das Doppelte des Landesdurchschnitts. Warum die Gebühren in Rüthen so hoch sind, geht aus dem Gebührenvergleich des Bundes der Steuerzahler nicht hervor.

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Auch Wickede und Warstein über dem Schnitt

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Auch zwei weitere Kommunen aus dem Kreis Soest liegen bei den Müllgebühren deutlich über dem Landesdurchschnitt: Wickede kommt auf 354 Euro im Jahr, Warstein auf 341,52 Euro - beide ebenfalls bei vierwöchentlicher Abfuhr. Der NRW-Schnitt liegt bei knapp 248 Euro.

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Warum steigen die Gebühren?

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Der Bund der Steuerzahler nennt verschiedene Gründe für steigende Abwassergebühren. Zum einen können Kommunen nichts daran ändern, wenn Wasserwirtschaftsverbände, über die das Abwasser entsorgt wird, höhere Beiträge verlangen. Zum anderen können Unterdeckungen aus früheren Jahren die Gebühren in die Höhe treiben - denn solche Defizite müssen innerhalb von vier Jahren ausgeglichen werden. Ein weiterer Faktor: Manche Kommunen schreiben ihre Abwasseranlagen nicht vom ursprünglichen Kaufpreis ab, sondern vom deutlich höheren sogenannten Wiederbeschaffungszeitwert - also dem Preis, den eine neue Anlage heute kosten würde. Das erhöht die kalkulatorischen Kosten und landet am Ende auf dem Gebührenbescheid der Bürgerinnen und Bürger. Der Bund der Steuerzahler fordert deshalb eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes auf Landesebene.

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