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Wer fährt bald unsere Busse im Kreis Soest?
© Hellweg Radio
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Wer fährt bald unsere Busse im Kreis Soest?

Das Durchschnittsalter beim Fahrpersonal der RLG liegt bei 52 Jahren. In den kommenden Jahren werden viele Busfahrerinnen und Busfahrer in den Ruhestand gehen, teilweise gleichzeitig. Wie das Unternehmen die Lücken füllen will und warum die Personalsuche heute schwieriger ist als früher.

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Noch kein Engpass - aber die Uhr tickt

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Das Durchschnittsalter beim Fahrpersonal der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) liegt aktuell bei 52 Jahren. Das Unternehmen betreibt Bus- und Bahnverbindungen im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis und rechnet damit, dass in den nächsten Jahren viele Beschäftigte im Fahrdienst in den Ruhestand gehen werden - und das teils gleichzeitig. Einen akuten Personalmangel sieht die RLG derzeit aber nicht. Auf Hellweg Radio-Anfrage teilt das Unternehmen mit:

„Bisher gelingt uns das mit unseren derzeitigen Strategien - on- und offline - recht gut und wir sehen uns (noch) nicht mit großen Personalengpässen konfrontiert." Gleichzeitig räumt die RLG ein, dass die Herausforderung absehbar ist: „Klar ist aber auch, dass aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten Jahren sehr viele Personen im Fahrdienst in den Ruhestand eintreten werden - und das sogar zeitgleich."
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Neue Kampagne: RLG wirbt um Nachwuchs

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Um langfristig genug Personal zu gewinnen, arbeitet die RLG mit dem Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL) zusammen. In den nächsten drei Jahren wollen beide Partner gemeinsam eine Marketingstrategie umsetzen, die Berufsbilder in der Verkehrsbranche bekannter machen und Unternehmen wie die RLG als attraktive Arbeitgeber positionieren soll. Die Kampagne trägt den Namen „Wir bewegen Westfalen. Mit Dir." - Foto- und Videoaufnahmen dafür entstanden mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem RLG-Betriebsgelände in Lippstadt.

Neben der Marketingkampagne setzt die RLG auf ihre eigene Fahrschule und kooperiert mit den Arbeitsagenturen. Damit will das Unternehmen auch Quereinsteigern den Weg in den Busfahrerberuf erleichtern - zumal der Erwerb eines Busführerscheins in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden ist.

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Warum die Personalsuche schwieriger geworden ist

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Die Arbeitsverwaltung stuft den Busfahrerberuf inzwischen als Mangelberuf ein - es gibt zu wenige qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber. Hinzu kommt, dass der demografische Wandel den Bewerbermarkt insgesamt kleiner werden lässt. Verkehrsunternehmen konkurrieren dabei nicht nur untereinander, sondern auch mit der Logistik-, Taxi- und Lieferbranche um geeignetes Fahrpersonal.

Auch die Erwartungen der Bewerberinnen und Bewerber haben sich verändert. Themen wie Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten spielen heute eine größere Rolle. Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit schreckt manche Interessierte ab. Dazu kommt nach Einschätzung der RLG ein Imageproblem: Der Beruf gilt als anspruchsvoll und belastend - dabei ist er gleichzeitig gesellschaftlich unverzichtbar.

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Ein bundesweites Problem

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Die Lage bei der RLG spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung zufolge sind rund 40 Prozent aller Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und -fahrer in Deutschland mindestens 55 Jahre alt. Bis 2041 werden bundesweit mehr als 60.000 von ihnen aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Allein bis 2030 gehen dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge jährlich rund 6.000 Fahrerinnen und Fahrer in Rente, und um die politischen Wachstumsziele im Nahverkehr zu erfüllen, bräuchte es bis dahin ein Fünftel mehr Personal im Fahrdienst.

VDV-Präsident Ingo Wortmann betont, das sei kein lokales Problem: „Das Phänomen ist ein branchen- und damit bundesweites." Als warnendes Beispiel gelten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): Das Unternehmen hatte wegen Fahrermangels zeitweise Buslinien ausgedünnt - und konnte das Angebot bis heute nicht vollständig wiederherstellen.

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Werden Buslinien wegfallen?

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Dass Linien im Kreis Soest wegen Personalmangels gestrichen werden müssen, erwartet die RLG derzeit nicht. Das Unternehmen verweist darauf, dass es als kommunaler Arbeitgeber einen krisensicheren und verantwortungsvollen Job biete - und hofft, damit auch künftig Bewerberinnen und Bewerber zu überzeugen.

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Autonomes Fahren: Keine schnelle Lösung

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Als mögliche Zukunftsoption nennt die RLG autonome Busse - als kurzfristige Antwort schließt das Unternehmen sie aber aus. Die Technik sei noch nicht so weit, dass vollautomatische Linienbusse in den nächsten fünf Jahren marktreif sein könnten. Gerade im ländlichen Raum fehle außerdem noch die nötige Netzabdeckung für einen autonomen Betrieb. Auch der VDV sieht hier langfristig Potenzial, fordert aber von Bund und Ländern entsprechende Finanzierungsmöglichkeiten - denn für einen wirtschaftlich tragfähigen Einstieg ins autonome Fahren brauche es ausreichend große Fahrzeugflotten.

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