
Werl-Hilbeck: Storchenküken bekommen ihre Ringe
Heute (Montag, 01. Juni 2026) steht in Werl-Hilbeck ein wichtiger Termin für die beiden Jungstörche an: Gegen 14:30 Uhr werden sie am Schützenplatz an der Siepenstraße beringt und getauft. Der Beringer wird laut Organisatoren bereits gegen 14:15 Uhr erwartet. Mit einem Steiger geht es anschließend hinauf zum Nest.
Die Metallringe gelten als eine Art „Personalausweis“ für die Tiere. Sie tragen eine individuelle Nummer und helfen Fachleuten dabei, Störche später wiederzuerkennen - etwa wenn sie auf ihrem Zug in anderen Regionen oder Ländern gesichtet werden.
„Heute wird so gegen 14:30 Uhr der Beringer hier mit den Ringen auftauchen und wird dann mit einem von uns über einen Steiger, der gestiftet worden ist, da oben rauffahren und die Störche mit ihrem - wir nennen es immer so schön - Personalausweis ausstatten.“ - Jürgen Kiko, Storchennest Hilbeck.
Während der Aktion werden die Tiere kurz mit einer Decke oder Kappe abgedeckt, damit sie ruhig bleiben. Das ist bei Beringungen üblich.
Kita-Kinder vergeben die Namen
Die Namen für die beiden Jungstörche stammen in diesem Jahr von Kindern der Hilbecker Kita Saatkorn. Die Kinder sind bei der Aktion heute selbst dabei.
Schwierige Wochen im Storchennest
Für Willi und seine neue Partnerin Elfriede verlief die Brutsaison nicht ohne Rückschläge. Elfriede kehrte in diesem Jahr neu an den Horst zurück, nachdem Willis bisherige Partnerin Gerda nicht mehr nach Hilbeck gekommen war.
Zwischen dem 18. und 26. März legte Elfriede fünf Eier, vier Küken schlüpften später. Zwei Jungtiere überlebten allerdings nicht. Ein Küken wurde am 12. Mai aus dem Nest geworfen und starb später, ein weiteres verendete wenige Tage später nach Regen und Kälte. Aktuell leben noch zwei Jungstörche im Nest.
„Zurzeit sieht man den Willi beziehungsweise Elfriede mit zwei Jungstörchen da oben, die gefüttert und auch mit Wasser versorgt werden, denn die Jungstörche können das Nest noch nicht verlassen. Sie machen zwar schon kräftig Stehübungen und Flügelschläge, aber es dauert noch ein bisschen, bis sie so weit sind, dass sie das Nest das erste Mal verlassen.“ - Jürgen Kiko,Storchennest Hilbeck.
Von Hilbeck bis nach Marokko
Wie weit die Tiere später fliegen, zeigen Funde aus dem vergangenen Jahr. Zwei Hilbecker Jungstörche aus dem Jahr 2025 wurden in Kenitra in Marokko gesichtet und fotografiert. Genau dafür sind die Ringe wichtig: Sie helfen dabei, Zugrouten und Aufenthaltsorte der Tiere nachzuvollziehen.
„Er holt sich dort also ein bisschen was zu fressen und hat jetzt in der kurzen Zeit - vom letzten Jahr, als er im September das Nest verlassen hat, bis jetzt - gut 4.400 Kilometer hin und zurück zurückgelegt.“ - Jürgen Kiko, Storchennest Hilbeck.
Beringung vor Ort und im Livestream verfolgen
Wer die Beringung verfolgen möchte, kann heute direkt nach Hilbeck kommen. Am Schützenplatz gibt es einen Monitor, auf dem die Aktion live übertragen wird. Außerdem läuft die Beringung auch im Livestream des Storchennests. Hier kommt ihr zum Livestream
„Jeder kann entweder den YouTube-Kanal aufschalten und das Ganze wirklich oben im Nest mitverfolgen. Es ist aber auch möglich, in Hilbeck am Schützenplatz das Ganze vom Monitor aus zu verfolgen, beziehungsweise dort auch den direkten Blick auf Steiger, Nest und Störche zu erhaschen.“ - Jürgen Kiko, Storchennest Hilbeck.