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Die Talsperre am Möhnesee.
© Hellweg Radio / Rettkowski
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Wetterbilanz 2025: Extrem trocken im Ruhreinzugsgebiet

2025 zählt im Ruhreinzugsgebiet zu den fünf trockensten Jahren seit fast 100 Jahren. Dank neuer Grenzwerte musste der Ruhrverband deutlich weniger Wasser aus den Talsperren abgeben. Warum das Jahr trotzdem alarmierend ist.

Veröffentlicht: Donnerstag, 08.01.2026 05:44

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Eines der fünf trockensten Jahre seit 1927

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2025 war für das Ruhreinzugsgebiet ein Ausnahmejahr: In den Niederschlagsmessungen des Ruhrverbands, die bis ins Jahr 1927 zurückreichen, zählt es zu den fünf trockensten Jahren überhaupt. Nur vier Mal in den vergangenen 99 Jahren war es noch niederschlagsärmer. Insgesamt fielen weniger als drei Viertel des durchschnittlichen Jahresniederschlags – ein Minus von 27 Prozent.

Besonders problematisch: Die Trockenheit setzte ungewöhnlich früh ein. Bereits im Februar 2025 lagen die Niederschläge um 74 Prozent unter dem Mittel, im März sogar um 82 Prozent. Genau diese Monate sind normalerweise entscheidend, um Wasservorräte in den Talsperren aufzubauen.

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Neue Grenzwerte entlasten die Talsperren

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2025 war zugleich das erste Jahr, in dem der Ruhrverband sein Talsperrensystem nach den neuen, niedrigeren Grenzwerten für die Mindestwasserführung in der Ruhr bewirtschaften durfte. Der nordrhein-westfälische Landtag hatte die entsprechende Gesetzesänderung im Dezember 2024 beschlossen.

Wie wichtig diese Entscheidung war, zeigte sich schnell: Zwar musste auch 2025 viel Wasser aus den Talsperren abgegeben werden, um die Mindestwasserführung sicherzustellen – allerdings rund 32 Millionen Kubikmeter weniger, als es nach den alten Grenzwerten nötig gewesen wäre. Rechnerisch entspricht diese eingesparte Wassermenge etwa dem kompletten Fassungsvermögen der Versetalsperre.

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Fast ein halbes Jahr Zuschuss aus den Talsperren

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Weil die Trockenphase so früh begann, musste bereits ab März 2025 Wasser aus den Talsperren in die Ruhr abgegeben werden. Bis zum Jahresende summierte sich die sogenannte Zuschusspflicht am Pegel Villigst nach vorläufigen Berechnungen auf 182 Tage – also fast genau ein halbes Jahr.

Ohne die Talsperren des Ruhrverbands hätte die Wasserführung der Ruhr bei Schwerte an all diesen Tagen unter dem gesetzlichen Mindestabfluss gelegen. An rund 30 Tagen wäre der Fluss dort sogar komplett trockengefallen.

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Temperaturen weiter über dem Durchschnitt

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Auch ein Blick auf die Temperaturen zeigt den langfristigen Trend. Mit einer Mitteltemperatur von 9,8 Grad Celsius lag das Jahr 2025 zwar erstmals seit drei Jahren wieder unter der 10-Grad-Marke. Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 war es dennoch um 0,8 Grad zu warm.

Damit landet 2025 auf Platz sieben der wärmsten Kalenderjahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen vor 145 Jahren. Auffällig: Die sechs wärmsten Jahre stammen allesamt aus der Zeit seit der Jahrtausendwende – darunter die Spitzenreiter 2022, 2023 und 2024.

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Klimawandel als neue Normalität

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Unterm Strich bleibt aus Sicht des Ruhrverbands eine klare Erkenntnis: Der Klimawandel mit seinen immer häufigeren Extremwetterlagen ist auch im Ruhreinzugsgebiet längst Realität. Trockenjahre wie 2025 gelten zunehmend als „neue Normalität“ – und stellen die Wasserwirtschaft sowie andere kritische Infrastrukturen künftig vor noch größere Herausforderungen.

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