
Medikamente aus dem Internet
Berlin (dpa/tmn) - Medikamente im Internet kaufen: Das kann bequem und günstig sein - wenn man darauf achtet, einen vertrauenswürdigen Anbieter anzusteuern. Doch wie erkennt man seriöse Onlineapotheken?
Ganz von vorn: Jede in Deutschland zugelassene Apotheke darf einen Online-Versandhandel betreiben, wenn sie über eine Versandhandelserlaubnis verfügt. Ob das der Fall ist, erkennt man am europäischen Sicherheitslogo: ein weißes Kreuz auf grünem Grund. Oft ist es ganz unten auf der Webseite zu finden.
Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich der jeweilige Eintrag im Register des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), wie Katrin Andruschow von der Stiftung Warentest sagt.
Man kann auch den umgekehrten Weg gehen - und im Verzeichnis des BfArM nach Apotheken suchen, die für den Versandhandel registriert sind.
Rezeptpflichtige Tabletten ohne Rezept? Ein Warnzeichen
Wie bei jedem Online-Einkauf gibt auch hier das Impressum wichtige Hinweise. «Dort sollte ein verantwortlicher Apotheker oder eine Apothekerin stehen», sagt Expertin Andruschow. «Auch die zuständige Apothekerkammer muss genannt sein.»
Sie rät zu Vorsicht, wenn bei einer Bestellung rezeptpflichtiger Medikamente kein Rezept gefordert wird. Und es gibt noch weitere Warnzeichen, bei denen man von einer Bestellung lieber absieht. Das BfArM nennt unter anderem diese:
- Die Preise weichen stark vom Marktüblichen ab.
- Es werden bei Medikamenten sensationelle Heilungen oder das Ausbleiben von Risiken und Nebenwirkungen versprochen.
- Es tauchen viele Schreibfehler auf.
Werden Medikamente ohne Originalschachtel geliefert, sollte man sie der Behörde zufolge auf keinen Fall einnehmen. Das gilt auch für den Fall, dass Tabletten ungewöhnlich aussehen oder riechen.
Wie es mit Onlineapotheken im Ausland aussieht
Übrigens: Auch Apotheken aus anderen europäischen Ländern dürfen Medikamente nach Deutschland verkaufen, wenn dort ähnliche Auflagen für den Vertrieb gelten wie in Deutschland. Aktuell gilt das für Island, die Niederlande (wenn gleichzeitig eine Präsenzapotheke existiert), Schweden (nur rezeptpflichtige Medikamente) und Tschechien (nur rezeptfreie Medikamente).