
DHB
Berlin (dpa) - Der Countdown zur Heim-WM läuft, die erste Pflichtaufgabe ist erfüllt: Die deutschen Handballer sind mit einem 42:32 (22:18)-Sieg gegen den krassen Außenseiter Belgien in die EM-Qualifikation gestartet. Bester Werfer der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason war Marko Grgic mit sieben Toren.
Besonders im Blickpunkt stand Kapitän Johannes Golla. Der Kreisläufer feierte nicht nur seinen 29. Geburtstag, sondern absolvierte auch sein erstes Länderspiel seit dem Wirbel um seinen Wechselwunsch von der MT Melsungen zur SG Flensburg-Handewitt. Mit vier Toren machte Golla, der vor allem in der ersten Halbzeit auf dem Feld stand, ein gutes Spiel.
Schon am Sonntag (18.00 Uhr) geht es für die deutsche Auswahl mit dem Auswärtsspiel in der Slowakei weiter. Weitere Gegner auf dem Weg zur Euro 2028 sind im März die von Bob Hanning trainierten Italiener.
Handball kehrt zur WM 2029 nach Berlin zurück
Der Auftakt der EM-Qualifikation steht bereits im Schatten der Heim-WM im Januar. Das Turnier wird an sechs deutschen Standorten ausgetragen, Berlin gehört allerdings nicht dazu. Dafür darf sich die Hauptstadt auf ein anderes Handball-Großereignis freuen.
Im Rahmen des Spiels gegen Belgien gab der DHB bekannt, dass die deutschen Handballer bei der WM 2029 ihre Jagd nach einer Medaille in Berlin starten. Weitere Spielorte sind Köln und Hamburg. Deutschland richtet das Turnier gemeinsam mit Frankreich aus, wo in Lyon, Straßburg und Paris gespielt wird.
«Die beiden Spielorte Paris und Berlin zeigen, welchen Stellenwert diese Weltmeisterschaft haben wird und dass die großen Handball-Nationen auch große Plattformen wählen», schwärmte DHB-Vorstandsboss Mark Schober.
Gislason schimpft: «Das ist kein Freundschaftsspiel»
Zunächst aber gilt der Fokus der EM-Quali. Nach rund einem halben Jahr ohne Länderspiel tat sich die DHB-Auswahl gegen Belgien zunächst schwer. Vor allem die Abwehr agierte zu zögerlich. Dabei zählt der Gegner nicht einmal zur erweiterten europäischen Spitze. Für eine EM konnten sich die Belgier noch nie qualifizieren, bei einer WM waren sie einmal dabei.
Zur Überraschung der 12.684 Zuschauer stand Stammkeeper Andreas Wolff nicht im Spieltagskader. Stattdessen bildete David Späth gemeinsam mit Füchse-Torwart Lasse Ludwig das deutsche Torhüter-Gespann.
Auch Rückraumspieler Grgic setzte mit wuchtigen Distanzwürfen Akzente. Dennoch spiegelte die knappe 13:10-Führung nach 20 Minuten die deutlichen Qualitätsunterschiede zwischen beiden Mannschaften kaum wider. «Unser Problem ist die Abwehr. Legt einen Zahn zu. Das ist kein Freundschaftsspiel», schimpfte Gislason in einer Auszeit.
Theiß und Moré mit ersten Länderspieltoren
Laut wurde es in der 30. Minute, als Debütant Niklas Theiß sein erstes Länderspieltor erzielte. Der Bundesligaprofi von der HSG Wetzlar soll unter anderem Renars Uscins im Rückraum entlasten. Neben Linksaußen David Moré vom ThSV Eisenach ist Theiß einer von zwei Neulingen im Lehrgangskader von Gislason und feierte ebenfalls einen gelungenen Einstand.
Mit zunehmender Zeit wurden die Belgier müder und ihre Abschlüsse unsauberer. Dank Toren von Zerbe, Uscins und Knorr zog Deutschland auf 29:23 davon. Auch, weil die Abwehr nun besser stand. Unkonzentriertheiten in der Offensive trieben Gislason an der Seitenlinie zwar zur Weißglut, fielen aber angesichts des Spielstandes kaum ins Gewicht.
Die Partie war längst entschieden, sodass Gislason auch Spielern wie Matthes Langhoff und Kreisläufer Justus Fischer Einsatzzeit geben konnte.


