
Woche der Wiederbelebung: Kreis Soest wirbt fürs Helfernetz
Zum Start der „Woche der Wiederbelebung“ wirbt der Kreis Soest für die Corhelper-App: Per Smartphone werden geschulte Helfer alarmiert, wenn jemand in der Nähe einen Herzstillstand hat. Allein 2024 konnten damit bei uns im Kreis 17 Menschen gerettet werden!
Veröffentlicht: Montag, 22.09.2025 11:02
Wenn jede Sekunde zählt
Wenn das Herz stillsteht, zählt die Zeit: Je schneller begonnen wird, desto höher sind die Chancen, dass ein Mensch überlebt. Genau deshalb beteiligt sich der Kreis Soest an der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“, die vom 22. bis 28. September 2025 läuft. Auf den Social-Media-Kanälen des Kreises (Facebook und Instagram) läuft in dieser Woche eine Reihe mit praktischen Tipps zur Laienreanimation – damit noch mehr Menschen wissen, wie sie im Notfall helfen können.
Was passiert bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand?
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand hört das Herz plötzlich auf zu schlagen. Ohne sofortige Maßnahmen sinkt die Überlebenschance schnell. Laienreanimation bedeutet in erster Linie, schnell mit der Brustkompression zu beginnen und, wenn möglich, einen automatisierten externen Defibrillator (AED) einzusetzen. Schon einfache, zielgerichtete Maßnahmen können die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und Leben retten.
Digitale Verstärkung: die Corhelper-App
Seit 2021 setzt der Kreis Soest zusätzlich auf die sogenannte Corhelper-App. Die Idee: Wenn in der Nähe jemand einen Herzstillstand hat und ein geschulter Ersthelfer registriert ist, wird diese Person per App alarmiert. So können Ersthelferinnen und Ersthelfer unmittelbar mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen. Und das noch bevor der Rettungswagen vor Ort ist.
Konkrete Zahlen aus dem Kreis
In der Leitstelle des Kreises Soest gingen im vergangenen Jahr 197 Notrufe im Zusammenhang mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand ein (2023: 226). Ein Baustein im Rettungssystem ist das freiwillige Helfernetz per App: Allein im Jahr 2024 konnten durch den Einsatz von Corhelper im Kreis Soest 17 Menschen vor dem Tod bewahrt werden.
„Je früher mit Maßnahmen begonnen wird, desto höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit – und darum geht es ja schließlich: Menschenleben zu retten! Corhelper sind eine sinnvolle Ergänzung zum Rettungswesen, daher wollen wir das Helfernetz immer weiter verdichten – und dafür brauchen wir Freiwillige“, so Hans-Peter Trilling, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Soest.
So funktioniert die Anmeldung
Wer selbst aktiv werden möchte, kann sich in wenigen Schritten als Corhelper registrieren:
- Corhelper-App (iOS und Android) im App-Store bzw. Google Play Store herunterladen.
- Über die App anmelden.
- Eine verbindliche Helferschulung mit Coupon-Code freischalten und absolvieren.
- Qualifikationsnachweise (Erste-Hilfe-Kurs und Helferschulung) in der App hochladen — fertig.
Damit ist man Teil der Rettungskette und kann im Ernstfall per App alarmiert werden.
Fragen und weitere Infos
Bei Rückfragen zum Programm stehen die Ansprechpartner des Kreises zur Verfügung:
- Telefon 02921/303528 oder per E-Mail an app-ersthelfer@kreis-soest.de.
Außerdem gibt es Informationen zum Rettungsdienst des Kreises online unter www.kreis-soest.de/rettungsdienst.
Warum Mitmachen Sinn macht
Nicht jeder von uns kann Profi-Retter werden, aber jeder kann den Unterschied machen. Wer sich registriert und schult, vergrößert das Helfernetz in der Nachbarschaft und erhöht die Chance, dass Betroffenen schnell geholfen wird. Gerade in ländlichen Regionen im Kreis Soest, wo Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes länger sein können, ist das Wissen und die Bereitschaft von Ersthelfern besonders wertvoll.
Autor: Ben Hettwer