
Zugunglück Geseke: Abschlussbericht liegt vor
Fast drei Jahre nach dem tödlichen Zugunglück vom 10. September 2023 bei Geseke hat die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Ergebnis: Der Zugführer missachtete mehrere Regeln - und auch das zuständige Unternehmen steht in der Kritik.
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Rückblick: Güterzug entgleist bei Geseke - Lokführer stirbt
Am 10. September 2023 entgleiste ein Güterzug kurz vor dem Bahnhof Geseke. Der Zug rollte unkontrolliert los, erreichte eine Geschwindigkeit von über 90 Stundenkilometern und kam schließlich von den Gleisen ab. Der Zugführer starb bei dem Unglück. Der entstandene Sachschaden belief sich auf rund sieben Millionen Euro. Das Unglück löste umfangreiche Ermittlungen aus - sowohl durch die Staatsanwaltschaft als auch durch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU).
Abschlussbericht: Diese Fehler machte der Zugführer
Knapp drei Jahre nach dem Unglück liegt nun der Abschlussbericht der BEU vor. Demnach hatte der Zugführer den Güterzug entgegen geltender Vorschriften zusammengestellt: Es hingen zu viele Waggons hintereinander. Darüber hinaus führte er keine Bremsprobe durch und sicherte den Zug nicht ausreichend. Die Folge: Der Zug rollte unkontrolliert an und beschleunigte bis zur Entgleisung. Die BEU benennt damit mehrere Regelverstöße als ursächlich für das Unglück.
Auch das Unternehmen in der Kritik - BEU spricht Sicherheitsempfehlung aus
Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung richtet ihre Kritik nicht nur an den Zugführer. Auch das zuständige Eisenbahnunternehmen habe Fehler gemacht: Der Zugführer sei nie unter realen Arbeitsbedingungen kontrolliert worden - weshalb die Regelverstöße unbemerkt geblieben seien. Bereits ein Jahr nach dem Unglück waren viele Fragen offen geblieben. Nun spricht die BEU eine Sicherheitsempfehlung aus: Das Unternehmen solle seine Kontrollkonzepte überprüfen.