
Entscheidung betrifft ganz Lippstadt
Im größten Ortsteil von Lippstadt mit knapp 5.500 Einwohnern steht eine richtungsweisende Entscheidung an. Seit das Thermalschwimmbad am 30. September 2023 wegen baulicher Mängel schließen musste, ist klar: Der Kurort braucht eine neue Perspektive. Mit dem Aus der Therme geriet sogar der „Bad“-Status in Gefahr.
Im Mai 2026 soll der Stadtrat nun festlegen, wie es mit dem Gesundheitstourismus weitergeht.
Entscheidung mit Bedeutung für die ganze Stadt
Dabei betrifft das Thema nicht nur Bad Waldliesborn selbst, sondern die gesamte Stadt Lippstadt. Bürgermeister Alexander Tschense macht im Gespräch mit Hellweg Radio deutlich, dass die Entwicklung weitreichende Folgen hat:
„Es geht grundsätzlich um den Gesundheitstourismus in ganz Lippstadt. Bad Waldliesborn gehört zur Stadt - und wenn wir diesen Standort stärken, wirkt sich das nicht nur auf den Ortsteil aus, sondern auf Lippstadt insgesamt.“
Die Verwaltung hat dafür fünf mögliche Szenarien ausgearbeitet. Der Rat soll im Mai entscheiden, welches Konzept weiterverfolgt wird.
Von kleinen Maßnahmen bis Neubau
Die Vorschläge unterscheiden sich vor allem beim Umfang - und bei den Kosten.
- Szenario 1: Es bleibt im Grunde alles wie bisher. Keine neue Therme, nur kleinere Verbesserungen wie zusätzliche Toiletten oder neue Wege. Eine reine Minimallösung.
- Szenario 2: Ebenfalls ohne Therme, dafür ein deutlich aufgewerteter Kurpark. Vorgesehen sind unter anderem ein Gradierwerk, ein Inhalatorium sowie Sanierungen bestehender Gebäude.
„Die Idee wäre, die Parkanlage deutlich aufzuwerten - etwa mit Gradierwerk, Inhalationsangeboten, einer modernisierten Milchbar und neuen Wegen. Wir glauben, dass das zumindest für Tagesgäste interessant sein könnte.“ - Alexander Tschense
- Szenario 3: Eine kleine Therme mit eher funktionalem Charakter, etwa mit Lehrschwimmbecken - Kosten rund 9 Millionen Euro.
- Szenario 4: Eine mittelgroße Anlage mit zwei Becken, die den Namen Therme schon eher verdient - geschätzte Kosten etwa 30 Millionen Euro.
„Das wäre eine eher kompakte Therme mit zwei Becken - nicht riesig, aber durchaus attraktiv für Gäste. Dafür rechnen wir mit ungefähr 30 Millionen Euro.“ - Alexander Tschense
- Szenario 5: Eine große Therme mit umfangreichem Angebot - ähnlich wie Anlagen etwa in Bad Sassendorf. Mit Saunen, Innen- und Außenbecken, Gastronomie und Wellnessangeboten. Kostenpunkt rund 60 Millionen Euro.
„Dann sprechen wir über eine Anlage mit verschiedenen Saunen, mehreren Becken drinnen und draußen, Gastronomie und Anwendungen wie Massagen - also in etwa das Angebot, das es hier vor der Insolvenz schon einmal gab.“ - Alexander Tschense
Weitere Ideen möglich
Unabhängig von der gewählten Variante könnten zusätzliche Angebote entstehen - zum Beispiel ein Café oder ein Stellplatz für Wohnmobile. Auch private Investoren könnten eine Rolle spielen. Entscheidend sei jetzt aber zunächst die Grundsatzentscheidung.
„Wir diskutieren das Thema schon lange. Unser Ziel als Verwaltung ist jetzt, dass im Mai eine klare Entscheidung fällt, welches Szenario umgesetzt werden soll. Danach beginnt die eigentliche Arbeit mit Planung und später auch Bau.“
Im Mai 2026 soll also feststehen, welchen Weg Bad Waldliesborn beim Gesundheitstourismus künftig einschlägt. Die Entscheidungsmatrix der Stadt Lippstadt und die verschiedenen Zukunftsvarianten des Ortes könnt ihr euch in der angehängten Präsentation anschauen.
Autoren: Holger Wackerzapp / Ben Hettwer
