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Demo vor Berufung gegen Abtreibungsverbot
© Hellweg Radio
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Demo vor Berufung gegen Abtreibungsverbot

Der Streit um das weitgehende Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen am Klinikum Lippstadt geht weiter. Am 5. Februar verhandelt das Landesarbeitsgericht Hamm über die Berufung von Prof. Joachim Volz. Parallel ist eine große Demonstration geplant.

Veröffentlicht: Donnerstag, 29.01.2026 09:59

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Landesarbeitsgericht Hamm verhandelt am 5. Februar

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Der Streit um das weitgehende Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen am Christlichen Klinikum Lippstadt geht in die nächste Runde. Am Donnerstag, den 5. Februar 2026, verhandelt das Landesarbeitsgericht Hamm über die Berufung des Gynäkologen Prof. Joachim Volz. Parallel dazu ist eine Demonstration auf dem Hammer Marktplatz geplant. Bereits beim ersten Gerichtstermin im August 2025 hatten mehr als 2.000 Menschen protestiert - wir waren für euch mit dabei.

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Berufung nach Niederlage vor dem Arbeitsgericht

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Ausgangspunkt des Rechtsstreits ist eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Hamm aus dem August. Damals hatten die Richter die Klage von Prof. Volz abgewiesen und das Abtreibungsverbot des katholischen Klinikträgers als arbeitsrechtlich zulässig eingestuft. Nach Ansicht des Gerichts durfte der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts festlegen, dass Schwangerschaftsabbrüche nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn das Leben der Schwangeren akut in Gefahr ist.

Prof. Volz zeigte sich nach der Urteilsverkündung enttäuscht und kritisierte die aus seiner Sicht knappe Begründung. Er kündigte noch im Gerichtssaal an, in Berufung zu gehen - genau darüber wird nun in zweiter Instanz entschieden.

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Hintergrund: Fusion und neue Regeln im Klinikum

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Seit der Fusion des Evangelischen Krankenhauses und des Dreifaltigkeits-Hospitals zum Christlichen Klinikum Lippstadt im Februar 2025 gelten neue interne Vorgaben. Schwangerschaftsabbrüche sind seitdem nur noch in sehr engen medizinischen Ausnahmefällen erlaubt. Zuvor waren die Eingriffe am damaligen Evangelischen Krankenhaus unter strengen Voraussetzungen möglich.

Gegen diese Regelung hatte Prof. Volz geklagt. Bundesweit erhielt er viel Unterstützung: Fast 300.000 Menschen unterschrieben eine Online-Petition, die sich für die Durchführung medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbrüche einsetzt.

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Demonstration parallel zur Verhandlung geplant

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Begleitend zur Berufungsverhandlung gab es am 5. Februar 2026 ab 10 Uhr eine Demonstration auf dem Hammer Marktplatz. Von dort aus soll sich ein Demonstrationszug in Richtung Landesarbeitsgericht bewegen. Rund 500 Menschen waren laut Polizei vor Ort um «gegen das katholische Abtreibungsverbot» am Klinikum Lippstadt zu protestieren. Chefarzt Joachim Volz sagte uns zu Beginn der Demonstration und vor dem Prozess: 

"Es geht wirklich um ein prinzipielles Problem. Es geht darum, und das zeigen die vielen Menschen hier, um Selbstbestimmungsrechte der Frau. Es geht um die Freiheit der Medizin gegen eine Institution, die das wirklich nicht möchte. Und deswegen ist es schön, dass viele Menschen hier sind, dass auch viele Gruppen mich unterstützen. Das zeigt einfach, wie wichtig dieses Thema ist." - Prof. Dr. Joachim Volz
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Demo vor Berufung gegen Abtreibungsverbot
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Mögliche Signalwirkung über die Region hinaus

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Der Fall aus Lippstadt wird nicht nur bei uns im Kreis Soest, sondern auch bundesweit aufmerksam verfolgt. Der Ausgang des Berufungsverfahrens könnte Auswirkungen auf ähnliche Konflikte zwischen medizinischem Personal und kirchlichen Klinikträgern haben.

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