
FH Südwestfalen entwickelt autonome Drohnen-Fluglinie
Die Fachhochschule Südwestfalen entwickelt mit EU-Förderung die weltweit erste autonome Drohnen-Fluglinie. Die Projekte SIDDA und AI4Drones revolutionieren die Logistik mit Künstlicher Intelligenz.
Veröffentlicht: Montag, 23.02.2026 11:22
FH Südwestfalen: Vorreiter für autonome Drohnen-Fluglinien
Die Fachhochschule Südwestfalen in Meschede und Soest entwickelt mit den Projekten SIDDA und AI4Drones die Zukunft der Logistik. Es entstehen KI-gesteuerte, intermodale Drohnensysteme für eilige Business-to-Business-Lieferungen wie Industrieersatzteile oder Medikamente. Das innovative Vorhaben ist Teil von mehr als 3.100 Projekten, die seit 2021 mit rund einer Milliarde Euro aus europäischen Strukturfonds in Nordrhein-Westfalen gefördert werden. SIDDA steht für "Sustainable Intermodal Drone Delivery Airlines" und plant eine nachhaltige Drohnen-Fluglinie, die unterschiedliche Transportmittel miteinander kombiniert. AI4Drone entwickelt parallel dazu Methoden der Künstlichen Intelligenz, um das Flugverhalten zu verbessern und Planungsaufgaben zu ermöglichen.
Innovative KI-Technologie ermöglicht vollautonome Steuerung
Das Forschungsteam der FH Südwestfalen setzt auf innovative KI-Methoden, um selbstlernendes Verhalten und weitgehende Autonomie der Drohnen zu erreichen. Die Drohnen verschiedener Größen müssen auf kleinen Micro Hubs bei Wind und Wetter sicher starten und landen können. Am Ende soll keine Eins-zu-Eins-Beziehung zwischen Pilot und Drohne mehr bestehen, sondern die Steuerung über einen zentralen Drohnen-Leitstand erfolgen. Prof. Dr. Andreas Schwung erklärt das Konzept: "Wie bei der Deutschen Flugsicherung wäre dann ein Pilot für einen bestimmten Flugraum zuständig, in dem sich mehrere Drohnen oder gar Drohnen-Schwärme bewegen." Diese revolutionäre Technologie positioniert Südwestfalen als führende Innovationsregion, ähnlich wie andere geförderte Projekte, etwa das Digitale Zentrum in Soest.
Starkes Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft
An den beiden verknüpften Projekten sind namhafte Partner aus der süd- und ostwestfälischen Wirtschaft beteiligt. Diese Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis macht die Projekte besonders erfolgversprechend und stärkt den Wirtschaftsstandort Südwestfalen.
Drei Forschungssäulen für die Drohnen-Zukunft
Das wissenschaftliche Team der FH Südwestfalen arbeitet an drei zentralen Bereichen: Erstens entwickeln sie Konzepte für nachhaltige, intermodale Drohnenfluglinien. Zweitens konstruieren sie die erforderlichen Systeme wie Drohnen und Micro Hubs. Drittens erarbeiten sie die notwendigen Planungsmethoden für den optimalen Betrieb. Die größte Herausforderung besteht darin, dass Drohnen mit unterschiedlichen Größen und Mechaniken verschiedenste Paketgrößen auf kleinen Micro Hubs sicher handhaben müssen - und das bei allen Wetterbedingungen. Diese Forschungsarbeit zeigt, wie sich die Region als Innovationsstandort etabliert.
EU-Förderung läuft bis 2027
Das Projekt AI4Drones wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und von der Europäischen Union kofinanziert. Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis zum 30. Juni 2027. SIDDA erhält Förderung durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, ebenfalls kofinanziert von der Europäischen Union, und endet am 31. Mai 2027. Beide Projekte sind Teil des EFRE/JTF-Programms NRW 2021-2027, aus dem EU-Mittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Diese Investition in Zukunftstechnologien macht Südwestfalen zu einem Leuchtturm für Innovation und nachhaltigen Strukturwandel. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur betonte auf der EFRE-JTF-Konferenz in Essen die Bedeutung solcher Projekte für die Wettbewerbsfähigkeit der Region.
"Europa ist kein abstraktes Projekt in Brüssel – Europa wirkt bei uns vor Ort. Wenn Schulen saniert werden, Unternehmen neue Jobs schaffen oder klimafreundliche Technologien entstehen, profitieren die Menschen ganz konkret davon." - Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin