
Helmo im Kreis Soest: So gut läuft der Abrufbus
Immer mehr Kommunen im Kreis Soest setzen auf den On-Demand-Kleinbus Helmo. Während Welver nach kurzer Zeit eine positive Bilanz zieht, zeigen auch die Zahlen aus dem gesamten Kreis: Das flexible Nahverkehrsangebot kommt an.
Veröffentlicht: Montag, 26.01.2026 05:33
Mobilität auf Bestellung statt fester Fahrplan
Immer mehr Kommunen im Kreis Soest setzen auf den On-Demand-Kleinbus Helmo. Während die Gemeinde Welver nach rund drei Monaten Einsatzzeit eine positive erste Bilanz zieht, zeigt sich auch insgesamt: Das flexible Nahverkehrsangebot kommt bei vielen Menschen gut an. Helmo - kurz für Hellweg mobil - ist ein sogenannter On-Demand-Verkehr. Das bedeutet: Der Kleinbus fährt ohne festen Linienweg und ohne klassischen Fahrplan. Stattdessen buchen Fahrgäste ihre Fahrt flexibel per App oder telefonisch - genau dann, wenn sie unterwegs sein wollen.
Gerade in ländlichen Bereichen erweitert Helmo so das bestehende Nahverkehrsangebot im Kreis Soest. Buchung, Abrechnung, Disposition und Betriebssteuerung laufen vollständig digital über eine App. Ursprünglich als Förderprojekt gestartet, haben sich die Verkehre inzwischen so bewährt, dass sie in den Regelbetrieb überführt wurden.
Keine Zusatzkosten für Fahrgäste
Ein großer Vorteil für Nutzerinnen und Nutzer im Kreis Soest: Helmo ist vollständig in den WestfalenTarif integriert. Es entstehen also keine zusätzlichen Kosten im Vergleich zum normalen Busverkehr. Auch Zeitkarten, Abos und das Deutschlandticket können problemlos genutzt werden.
Unterwegs sind auffällig gestaltete Kleinbusse, die inzwischen vielerorts zum gewohnten Bild gehören und Helmo als Marke im Kreis Soest bekannt gemacht haben.
Positive Bilanz in Welver nach kurzer Zeit
In Welver ist Helmo seit dem 13. Oktober 2025 im Einsatz. Die Gemeinde zieht nach drei Monaten eine positive erste Bilanz: Bis Ende Dezember nutzten bereits 1.120 Fahrgäste den Kleinbus bei insgesamt 861 Fahrten. Rund zwei Drittel der Fahrten fanden am Nachmittag statt.
„Über die hohe Akzeptanz nach so kurzer Zeit freuen wir uns sehr“, sagt Detlev Westphal, Leiter des Ordnungsamts der Gemeinde Welver.
Besonders Jugendliche nutzen Helmo unter anderem für Fahrten zum Jugendtreff oder zum Training. Gebucht wird der Kleinbus in Welver überwiegend per App. Laut Auswertung nutzen 96 Prozent der Fahrgäste diese Möglichkeit, nur vier Prozent greifen auf die Servicehotline zurück.
Helmo wird im gesamten Kreis Soest gut angenommen
Nicht nur in Welver läuft das Angebot erfolgreich. Zum Ende des vergangenen Jahres 2025 wurden insgesamt knapp 120.000 Fahrgäste mit Helmo im Kreis Soest befördert. Für Annette Zurmühl, Sprecherin des Buslinienbetreibers RLG, ist das ein klares Signal:
„Wir sind mit der Entwicklung von Helmo außerordentlich zufrieden. Für alle Projekte ziehen wir eine echt positive Bilanz. Wir wünschen uns, dass Helmo in der Zukunft dauerhaft bei uns etabliert bleibt.“
Aktuell fährt Helmo in Anröchte, Erwitte, Bad Sassendorf, Lippetal, Ense, Möhnesee und Welver. In Möhnesee und Ense wird das Angebot nur teilweise von der RLG betrieben.
Start in Werl ab Mitte des Jahres geplant
Das On-Demand-Angebot soll weiter wachsen. Ab Mitte dieses Jahres ist geplant, Helmo auch in der Wallfahrtsstadt Werl einzuführen. Dort soll der Kleinbus den Stadtbusverkehr außerhalb des Schülerverkehrs ersetzen. Damit zeigt sich: Ob in Welver oder in anderen Kommunen im Kreis Soest - Helmo trifft mit seinem flexiblen Konzept offenbar genau die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen vor Ort.
Autoren: Ben Hettwer / André Joosten