
Warstein wird Zentrum der Haus Cramer Gruppe
Die Haus Cramer Gruppe richtet ihre NRW-Standorte neu aus und konzentriert Produktion und Logistik in Zukunft stärker in Warstein. Die Standorte Herford und möglicherweise auch Paderborn sollen bis Ende 2026 wegfallen. Betroffen sind insgesamt 211 Beschäftigte.
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.05.2026 12:34
Warstein wird Zentrum
Die Haus Cramer Gruppe richtet ihre Standorte in Nordrhein-Westfalen neu aus und konzentriert ihre Getränkekompetenz künftig in Warstein. Das Unternehmen reagiert damit auf die Entwicklung des deutschen Biermarktes und will Produktion sowie Logistik stärker am Stammsitz bündeln.
Der Betrieb in Herford soll nach Unternehmensangaben im zweiten Halbjahr 2026 geschlossen werden. Für den Standort Paderborn sucht die Gruppe derzeit einen Käufer. Sollte kein Verkauf zustande kommen, würde auch dieser Betrieb Ende 2026 eingestellt.
Die Marken Herforder und Paderborner sollen bestehen bleiben und künftig in Warstein produziert werden. Auch regionale Partnerschaften und das Engagement vor Ort sollen weitergeführt werden.
Biermarkt in beispielloser Krise
Die Haus Cramer Gruppe verweist auf die Entwicklung des deutschen Biermarktes. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken - von 125 auf 88 Liter pro Jahr.
Das Unternehmen spricht von einem dauerhaft veränderten Konsumverhalten und passt nach eigenen Angaben seine Kapazitäten entsprechend an.
Laura Heinzelmann, Pressesprecherin der Warsteiner Gruppe, sagt dazu gegenüber Hellweg Radio: „Der deutsche Biermarkt steckt in einer massiven Krise. Trotz positiver Trends bei alkoholfreien Bieren beschleunigen sich auch die Absatzverluste für deutsche Brauer zunehmend. Das hat verschiedene Gründe, wie zum Beispiel ein verändertes Konsumverhalten und die Verunsicherung der Verbraucher. Es ist weltpolitisch und finanzpolitisch so viel los, das merken wir auch bei uns in der Branche. Wir haben dementsprechend reagiert.“
Warstein wird zum Produktionszentrum ausgebaut
Mit der Neuausrichtung soll Warstein in den kommenden Jahren weiter gestärkt werden. Geplant sind Investitionen in Produktionstechnologie und nachhaltige Prozesse. Außerdem soll der Bahnanschluss der Brauerei stärker genutzt werden.
Noch in diesem Jahr ist laut Unternehmen auch der Bau einer eigenen Windenergieanlage vorgesehen.
211 Arbeitsplätze von Schließungen betroffen
Von den Veränderungen sind insgesamt 211 Mitarbeitende in Herford und Paderborn betroffen. Die Haus Cramer Gruppe erklärt, einen Teil der Beschäftigten nach Möglichkeit in Warstein übernehmen zu wollen.
Dazu sagt Laura Heinzelmann: „Für die Mitarbeitenden möchten wir gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträgliche Lösungen finden. Wir möchten die Möglichkeit anbieten, dass ein Teil der Mitarbeitenden am Standort in Warstein übernommen werden kann. Außerdem möchten wir unseren Auszubildenden anbieten, ihre Ausbildung in Warstein fortzuführen.“
Die Standorte in Bayern bleiben von den Maßnahmen unberührt.
Langfristiges Bekenntnis zu Warstein
Die Haus Cramer Gruppe bezeichnet Warstein als zukünftiges Zentrum der Gruppe in Nordrhein-Westfalen. Durch die Bündelung an einem Standort sollen Abläufe effizienter gestaltet und nachhaltiger ausgerichtet werden, heißt es in einer Pressemitteilung.